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Kommunikationsdesign

Illustration Buch

Fokus: Arthur Miller beschreibt den ungeheuerlichen und gesellschaftlich akzeptierten Antisemitismus in der amerikanischen Mittelschicht in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in den USA. Der Roman ist in New York und seinen Vorstädten verortet, in einer konkreten geographischen und kulturellen Region. Trotzdem spielte und spielt der Antisemitismus bis heute noch immer weltweit eine fatale Rolle und ist mit furchtbaren Stereotypen besetzt. Die Frage »Wie sieht ein Jude aus?« spielte dabei eine zentrale Rolle. Arthur Miller führt diese Frage in seinem Roman ad absurdum: Für Newman, den Protagonisten, reicht schon eine Brille aus, um ihn „jüdisch“ wirken zu lassen. Vor dem Hintergrund dieser Erzählkonstruktion, entschloss sich die Gestalterin, es dem Leser zu überlassen, ein Bild für den Protagonisten zu finden. Oder besser: kein Bild. Wie Newman aussieht, spielt keine Rolle. Die Designerin fertigte zum Text 21 Holzschnitte mit bis zu 26 Farben und hat dabei in der Holzschnitttechnik der »Verlorenen Form« gearbeitet, d.h. dass das gesamte Motiv eines Bildes ausschließlich aus einer Holzplatte geschnitten wird. Die Verschiebung der Bildmitte, die Vergrößerungen von einzelnen Gegenständen und seltsame Bildkompositionen sind Stilmittel. Dadurch geraten Dinge in den Blickpunkt, die scheinbar unwichtig sind – das Normale und Konforme, das dabei zum unheimlichen Bodensatz gerät.

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